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Lese-Rechtschreibstörung / Rechtschreibstörung / Lesestörung – Allgemeine Hinweise

Florian an der Tafel

Seit vielen Jahren besuchen Schülerinnen und Schüler mit  Lese-Rechtschreib-störung, Lesestörung oder Rechtschreibstörung erfolgreich unsere Realschule.

Seit 1. August 2016 gelten neue Bestimmungen für diese Schülergruppe.

BayEUG (Art.52Abs.5 und BaySchO(§31bis36)
Der Begriff „Legasthenie“ wird ersetzt durch „Isolierte Rechtschreibstörung“, „Isolierte Lesestörung“ oder „Kombinierte Lese-Rechtschreibstörung“. Der Begriff „Nachteilsausgleich“ wird ergänzt durch den Begriff „Notenschutz“.

Was hat sich geändert:

  • Ein schriftlicher Antrag der Erziehungsberechtigten muss vorliegen.
  • Es reicht eine schulpsychologische Stellungnahme. Ein Gutachten durch einen Arzt für Jugendpsychiatrie oder eine weitere anerkannte Stelle ist förderlich, aber nicht mehr erforderlich.
  • Eine Entscheidung der Eltern kann zu Beginn jedes Schuljahres neu erfolgen.
  • Der Notenschutz wird wie der bisherige Nachteilsausgleich (keine Bewertung der Rechtschreibung in allen Fächern etc.) im Zeugnis vermerkt.
  • Der Schulleiter gewährt auf der Grundlage der Gutachten die Umsetzung der schulischen Maßnahmen.

Übergangsregelung:

  • Alte Bescheide behalten vorerst ihre Gültigkeit.
  • Alle LRS-Bescheide werden vorerst als Lese-Rechtschreibstörung weitergeführt.

Die häufigsten Hilfsmaßnahmen zum Nachteilsausgleich bei Legasthenie sind:

  • Zeitzulage von bis zu 30% bei schriftlichen Leistungsnachweisen
  • Keine Bewertung der deutschen Rechtschreibung in allen Fächern
  • Verzicht auf die Bewertung der Rechtschrift in den Fremdsprachen.

Beispiele für Zeugnisbemerkungen:

  • „Auf die Bewertung des Vorlesens wurde in….verzichtet.“
  •  §34,Abs.6BayScho
  • „Auf die Bewertung des Rechtschreibens wurde in….verzichtet.“
  •  §34 Abs.7Nr.1 BayScho
  • „In den Fremdsprachen wurden die mündlichen Leistungen stärker gewichtet.“ §34 Abs.7Nr.2 BayScho

Fördermaßnahmen für Schüler mit Lese-Rechtschreibstörung, Lesestörung oder Rechtschreibstörung an der Edith-Stein-Realschule

Michaela, Petra und Bianca im Unterricht

Die Schüler/innen erhalten an unserer Realschule individuelle Unterstützung, Nachteilsausgleich und Notenschutz nach den Bestimmungen des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus.

Darüber hinaus unterstützen wir sie durch einen Förderunterricht in kleinen Gruppen in den Klassen 5/6 und 7/8.

  • Einmal pro Woche wird Lesen und Schreiben außerhalb des regulären Deutschunterrichts ohne Notendruck geübt.
    Inhalte sind:
    • Förderung, die direkt mit Lesen und Schreiben zu tun hat:
      Sinnerfassendes Lesen, Visualisierungs- und Konzentrationsübungen, Grundwortschatztraining, Rechtschreibübungen, Arbeit mit Förderprogrammen, auch mit dem Computer…
    • Förderung, die mehr indirekt Lesen und Schreiben angeht: Rechtschreibspiele, selbstkontrollierte Übungen, Kreuzworträtsel, Training optischer und akustischer Wahrnehmung, Wettbewerbe…

Wichtig ist,

  • dass die Angst vor Versagen genommen wird,
  • dass ein Wettbewerb auf gleicher Ebene stattfindet,
  • dass Schüler individuell kleine Verbesserungsschritte feststellen können,
  • dass sie sicherer in den regulären Deutschunterricht gehen.
  • Dass sie vielleicht etwas mehr Spaß am Lesen und Schreiben entwickeln.