Sehbehinderten- und Blinden-Zentrum Südbayern

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12.11. 2019 Alter: 25 Tage

Vortrag über Edith Stein beim Treffpunkt SBZ

Von: Sandra Butscher
07.11.2019, Unterschleißheim: Zu Beginn des Treffpunkt SBZ mit dem Vortrag „Edith Stein – die Namenspatronin unseres Sehbehinderten- und Blindenzentrums“ wurden kurz einige der Gründe für die Wahl dieser bewundernswerten Frau als Namensgeberin der beiden Schulen und als Namenspatronin des gesamten Zentrums genannt:
Pater Dr. Ulrich Dobhan OCD
Pater Dr. Ulrich Dobhan OCD und Dr. Stephan Bachter
Dr. Stephan Bachter, Elisabeth Setzer und Pater Dr. Ulrich Dobhan OCD
Pater Dr. Ulrich Dobhan OCD

Zum einen ihre Vorbildfunktion für die Schülerinnen und Schüler, da Edith Stein obwohl sie keine Behinderung hatte nicht integriert war und sich ausgeschlossen fühlte, von Zweifel geplagt wurde, sich aber aufgrund der Kraft ihres Glaubens schließlich zu einer starken, selbstbewussten Persönlichkeit entwickelte. Ein zweites Auswahlkriterium war ihre Fürsorge gerade für die Kinder im Konzentrationslager, um die sie sich liebevoll kümmerte. Weitere Gründe sind u.a. in der Festschrift zur Einweihung des Zentrums zu finden.

Dr. Stephan Bachter, der Leiter des Stadtmuseums, begrüßte das Publikum und dankte Direktorin Hildegard Mayr bzw. dem Sehbehinderten- und Blindenzentrum Südbayern, dass durch die Kooperation dieser Vortrag im Rahmen des Treffpunkt SBZ im Südturm stattfinden konnte.

Als Auslöser für Edith Steins Hinwendung zum katholischen Glauben, wird häufig hauptsächlich deren Lektüre der Biografie der Theresa von Ávila genannt. In seinem Vortrag arbeitete Pater Dr. Ulrich Dobhan OCD heraus, dass Edith Stein aber bereits lange bevor sie diese Schriften gelesen hatte auf der Suche „nach dem wahren Glauben“ war. Der Referent betonte, dass laut der eigenen Biografie von Edith Stein viele verschiedene Erlebnisse wie u.a. das Gebet einer katholischen Frau mit einem Marktkorb im Dom oder die Ruhe von ihrer Bekannten Frau Reinach, der Edith Stein beim Ordnen des Nachlass ihres gerade verstorbenen Mannes half oder ihre Teilnahme an einer katholischen Beerdigung ebenso für Edith Steins Entscheidung zum katholischen Glauben zu konvertieren und später sogar Nonne zu werden, ausschlaggebend waren.

Bei der Recherche über Edith Stein kann man die These finden, dass sie im Alter von 15 Jahren Atheistin war. Pater Dr. Ulrich Dobhan OCD vertritt jedoch die Meinung, dass sie sich  in dieser Zeit nur vom Judentum abwendete und nicht mehr betete, wohl aber auf der Suche nach Gott war. Deshalb würde er sie nicht als „Atheistin“ im heute verstandenen Sinn bezeichnen. Er bemerkte mit einem Augenzwinkern, dass viele Fünfzehnjährige trotz ihres Glaubens nicht unbedingt beten würden. Ebenso waren die Begegnungen mit Menschen wie Edmund Husserl, bei dem sie promovierte und viele Jahre lang arbeitet, Max Scheler, wie bereits erwähnt Frau Reinach oder mit ihrer Taufpatin und Freundin Hedwig Conrad-Martius für den weiteren Verlauf ihres Lebens und die Glaubensfindung Edith Steins ganz entscheidend.

Die Zuhörer äußerten sich über den tiefgreifenden, zum Teil geradezu meditativen Vortrag durchweg positiv. Eine ältere Teilnehmerin sagte, dass sie glaube, dass es sogar der beste in dieser Art gewesen sei, den sie je gehört hätte.

Pater Dr. Ulrich Dobhan OCD
Konzentriertes Publikum